Operation Daumen-Stop! * Opération Anti-Pouce!

Wenn Baby zum ersten Mal am Daumen lutscht, ist es zu goldig anzuschauen! Ein Foto, ein « Oooooor » und Erleichterung, dass es einen Weg gefunden hat, seinen Saugbedarf anderweitig als an der Brust zu stillen. Die Schnuller- oder Daumen-Frage mag ich gar nicht ansprechen 😉 – nur soviel: Unsere 3 Kinder lutsch(t)en alle Daumen. Unser großes Fräulein N nuckelte ab ihrem 3. Lebensmonat bis zum 15. – sie hörte schlagartig von einem Tag zum anderen von ganz allein auf – zeitgleich mit dem Laufen lernen. Unsere Osteopathin erklärte uns, dass diese 2 Dinge sicher zusammen hängen, denn Daumenlutschen und Gleichgewicht beim Laufen sind nicht kompatibel 😉 Bei Kind 2 und 3 gestaltet sich das Abgewöhnen des Daumens als weniger einfach. Unser kleiner Mann ist 3 – noch sehen wir es locker 😉 Fräulein L ist inzwischen 5 Jahre geworden und denkt gar nicht daran, den Daumen auch nur etwas weniger zu nuckeln! Besonders wenn sie müde, krank, gelangweilt oder überfordert sind, landet der Finger im Mund und sorgt für Wohlbefinden.Dabei wird mit dem Zeigefinger in der Nase gebohrt… Hmmm… Natürlich könnten wir als Eltern uns sagen, dass sie ihren Daumen zum Wohlfühlen braucht, dass sie es sich mit der Zeit schon abgewöhnen wird – nur ziehen wir etwas früher die Notbremse, denn eine Schrägstellung der Zähne (wenn auch « nur » der Milchzähne…) ist offensichtlich. Sie positioniert die Zunge nicht mehr richtig aufgrund der Verformung und beginnt zu lispeln.

Im Internet findet man allerhand Texte zum Thema « Daumenlutschen » und somit auch viele Hinweise und Anregungen, wie man dem Kind dabei hilft, den Daumen aus dem Alltag zu verbannen 😉 Hallo Eltern, Kinder-Tipps, Leben und Erziehen… jede Website, die sich mit Erziehung befasst, hat irgendwann einmal einen Artikel dazu verfasst. So kann man bei « Leben und Erziehen » in einem Artikel von 2015 lesen:

Lässt das Interesse am tröstenden Daumen im Kindergartenalter nicht nach, schauen Eltern also am besten genauer hin: Wird weiter genuckelt oder der vergessene Daumen gar neu entdeckt, ist dies vielleicht ein Hilferuf der Seele. „Möglicherweise gleicht das Kind durchs Daumenlutschen einen Mangel an Zärtlichkeit und Zuwendung aus. Oder es hat schlicht Stress, fühlt sich überlastet und nutzt das Daumenlutschen als Entspannungstechnik“, sagt Gerhard Spitzer. Dann ist es an den Eltern, dem Kind zu geben, was es braucht – und den Daumen überflüssig zu machen. Dabei geht es keinesfalls um Strafen für das Nuckeln, sondern um mehr Kuschelstunden und Entspannung.

Nun frage ich mich als Mama natürlich, was ich von dem alltäglichen « Hilferuf der Seele » meiner Tochter halten soll. Überlastung? Mangel an Zärtlichkeit? Hmmm… bin ich arg zu naiv, wenn ich einfach an eine schlechte Angewohnheit denke, die selbstverständlich von einem Bedürfnis nach Wohlbefinden gesteuert wird, aber einfach über die Jahre zur Normalität geworden ist?!?

Zum Abgewöhnen habe ich allerhand Tipps gefunden:

  • Loben: das Daumenlutschen ignorieren und das Kind nach « Fingerabstinenz » loben, z.B. « Prima, dein Daumen war dir beim Malen sehr nützlich. Schön, dass du ihn so lange nicht im Mund hattest. » So verbindet das Kind die Zeit ohne Daumen im Mund mit einem positiven Gefühl.
  • Für Ablenkung sorgen: Basteln, Bauen, Malen, Kuscheln – der Daumen gerät bei ausreichend Beschäftigung in Vergessenheit, da er dafür gebraucht wird!
  • Daumen bemalen: ein Gesicht auf den Finger, der genuckelt wird malen – das Männlein hat allerdings große Angst vor der Dunkelheit im Mund 😉
  • Kinderbücher zum Thema: mal abgesehen vom Daumenlutscher Konrad im « Struwwelpeter », gibt es inzwischen einige Bücher, die dieses Thema aufgreifen und kindlich einfach thematisieren. Die Vorbildfunktion des Helden des Buchs kann manchmal Wunder bewirken 🙂
  • « Rabiate Methoden »:  Daumen aus dem Mund zu reißen, Ärmel am Schlafanzug zunähen, Schimpfen, Verbände… – von eben diesen « rabiaten Methoden » wird natürlich abgeraten. Das Nuckeln kann erst recht zum Problem und das Bedürfnis allenfalls verstärkt werden. Kinder können solche Maßnahmen als Liebesverlust verstehen.

Soweit so gut 😉 – nun habe ich allerdings eine 5jährige Maus vor mir, die im Spiegel gesehen hat, wie das Daumenlutschen ihren Kiefer verändert hat, ihre Zähne schief stehen und die selbst merkt, dass sie die S-Laute schwer aussprechen kann. Wir haben also lange über das WANN, WO, WARUM gesprochen. Fräulein L meinte traurig, dass sie es nicht schaffe, sich den Daumen abzugewöhnen. Loben, Bücher, Daumen anmalen – wir haben über die Monate alles durch, ohne Druck!

Anti-Pouse-01

— Und dann kam die Idee mit dem ANTI-DAUMEN-HANDSCHUH, der nur den Daumen umfasst und die anderen Finger frei lässt zum Spielen und Malen. Miss L fand die Idee toll und hat sich Stoff ausgesucht! Schnell ein Stück Jersey genommen (natürlich ROOOSA!), den Handumriss gezeichnet und besagten Anti-Daumen-Handschuh genäht. Ihr seht auf dem Bild, dass es sich nicht um ein misshandeltes Kind handelt, deren Daumen ich gegen ihren Willen verbunden habe 😉 Ich bin lieber präzise – man weiß nie haha Ich habe ihr erklärt, dass sie selbst entscheidet, ob und wann und wo sie den « Daumenschuh » tragen möchte. Heute Morgen ist sie stolz damit in den Kindergarten gegangen und trug ihn noch immer, als ich sie am Nachmittag abgeholt habe.

Der kleine Bruder wünschte sich auch einen 😉

Anti-Pouce-02

Eine Zauberlösung ist es natürlich nicht und ich weiß auch nicht, was sie morgen oder in einer Woche davon halten werden. Bis dahin freue ich mich, dass sie Spaß am Anti-Daumen-Handschuh hat 😉

Habt ihr auch Daumenlutscher daheim? Oder habt ihr selbst Daumen gelutscht? Was war ausschlaggebend fürs Aufhören? Habt ihr Tipps? Ich freue mich, davon zu lesen.

Schönen Abend 🙂


 

Mes chers lecteurs francophones,

aujourd’hui, j’ai traité un sujet qui me tient à coeur. Ma mini de 5 ans suce son pouce depuis l’âge de 8 semaines et a beaucoup de mal à s’en passer. Ses dents se sont déformées, elle a du mal à prononcer les « s », le pouce l’accompagne au quotidien.

Avec elle, on a inventé le GANT-ANTI-POUCE que nous avons cousu hier. Ell est (bien sûr!) libre de le porter ou non et quand et où elle veut. C’est pour l’aider, pas pour la punir ou priver. Nous verrons ce que ça donne sur du long terme…

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